Temenos

Symbol für den geschützten, psychotherapeutischen "Raum"


"Für manche Patienten ist der Ort der Therapie tatsächlich mit ganz besonderen Fantasien und Emotionen „aufgeladen“, insofern es möglicherweise der einzige Ort auf der Welt ist, an dem sie Zeit und Raum finden, sich dem innersten Geheimnis ihrer Seele zu nähern und einem anderen Menschen gegenüber zum Ausdruck zu bringen."**


Eine Psychotherapie und ihr dazugehöriger, geschützter „Raum“ sind sehr bedeutsam für eine gelingende Therapie. Deshalb möchte ich diesen geschützten Raum genauer beschreiben:

In der Psychotherapie möchten Menschen oft etwas sehr Intimes besprechen. Dazu muss ein äusserer, sowie ein innerer sicherer Raum geschaffen werden mit genügend Ruhe und Zeit. Denn erst durch das Vertrauen kann sich zeigen, was wichtig ist. Dieser geschützte Raum entsteht einerseits durch die äusseren Rahmenbedingungen, dem Praxisraum, dem klaren Zeitrahmen sowie der Schweigepflichtvereinbarung. Der innere Spielraum entsteht durch die vertrauensvolle therapeutische Haltung und der „bedingungslosen“ Akzeptanz, damit Menschen sich öffnen mögen und sich dabei empathisch getragen fühlen.


Ich verstehe meinen psychotherapeutischen „Raum“ immer auch als einen sogenannten Temenos und habe meine Webseite danach benannt.

Der griechische Begriff Temenos ( témno: ich schneide, ich trenne ab) ist im Begriff Tempel enthalten und bezeichnet einen abgegrenzten oder umgrenzten Ort, an dem kultische, magische oder heilige Handlungen durchgeführt werden.


In Träumen und in der Symbolik des Mandalas tauchen immer wieder Bilder für den Temenos als heiligen Bezirk, als Schutz- und Bannkreis auf: beispielsweise als Spielplatz, den Mauern einer Stadt, einem Zaun, einem Haus, einem geschlossenen Raum, einem Brunnen, verborgenen, schwer zugänglichen Räumlichkeiten oder in Form des Runden oder des Quadratischen. Das Foto im Bildhintergrund zeigt ein solches Mandalasymbol aus einer prähistorischen Felsritzzeichnung von Big Island, Hawaii.  


Der psychotherapeutische Raum wird auch als „vas hermetikum“, bezeichnet. Ein Begriff aus der Alchemie, welcher ein Gefäss beschreibt, das luftdicht abgeschlossen ist und in dem sich Wandlungsprozesse vollziehen können. Das „vas hermeticum“ wurde in der Alchemie als etwas Wunderbares bezeichnet, in welchem das ganze Geheimnis liegt, aus welchem der wundersame Stein des Weisen* geboren wird.


Im symbolischen Sinne kann deshalb der im geschützten Raum stattfindende therapeutische Prozess als ein solches Wandlungsgefäss verstanden werden. Es werden darin nicht nur Probleme gelöst, sondern die eigene Persönlichkeit kann sich darin entfalten und entwickeln.



*  lapis philosophorum; Zielvorstellung der Alchemisten

** Müller, A; Müller L. (2018). Praxis der Analytischen Psychologie; Lehrbuch für eine Integrative Psychotherapie, Kohlhammer.














PSYCHOTHERAPEUTISCHE PRAXIS


Lic. Phil. Peter Luginbühl

Eidg. anerkannter Psychotherapeut ASP

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